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Barrierefreiheit in Geilenkirchen
Auf den ersten Blick hat sich in unserer Stadt so einiges getan in Sachen Barrierefreiheit. Seit einiger Zeit ist es als Rollstuhlfahrer tatsächlich möglich, den Durchgang von der Stadtverwaltung zum Krankenhaus auf dem Bürgersteig zu bewältigen, einige Absenkungen wurden geschaffen und am Kreisverkehr Herzog-Wilhelm-Str. / Konrad-Adenauer-Str. wurden Aufmerksamkeitsfelder für Sehbehinderte eingerichtet.
Allerdings konnten wir uns bei einer Begehung – hier wurden wir durch eine Rollstuhlfahrerin begleitet, die uns zuvor schon mehrfach auf die Defizite in der Stadt angesprochen hatte, davon überzeugen, dass es alleine im Stadtzentrum immer noch unglaublich viele Barrieren, für körperlich Behinderte, ältere Menschen mit Rollator, ja sogar für Eltern mit Kinderwagen gibt. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Hier ein paar für uns nicht nachvollziehbare Beispiele:
- an diversen Stellen in der Stadt sind Straßenlaternen oder Verkehrsschilder im unmittelbaren Absenkungsbereich (siehe Bild 656, Bild 620-621, Bild 658-660 stellvertretend)
- Engstellen auf Bürgersteigen, verursacht durch die Aufstellung von Verkehrsschildern oder auch der nachträgliche Bau von Fahrradunterstellplätze am Bahnhof machen es einem Rollstuhlfahrer beinahe unmöglich, die Bürgersteige zu nutzen ( siehe Bild 540, Bild 553 stellvertretend)
- Teilweise sind Absenkungen nicht niedrig genug oder direkt vor der Absenkung befindet sich Natursteinpflaster, in dem sich die Räder von Rollstühlen oder Rollatoren verhaken. Hier gibt es sogar Stellen, an denen der Rollstuhlfahrer auf fremde Hilfe angewiesen ist, da der Rollstuhl angehoben werden muss. (siehe Bild 541, Bild 599, Bild 587, Bild 590-591,Bild 605,Bild 607 stellvertretend)
- Die Erreichbarkeit von öffentlichen Gebäuden sollte doch Selbstverständlichkeit sein, jedoch:
Die Stadtbücherei hat eine vorbildliche Rampe für Rollstuhlfahrer geschaffen. Leider gibt es in unmittelbarer Umgebung keinen Behindertenparkplatz zur öffentlichen Nutzung.
Die extrem steile Zufahrt zum Krankenhaus verbindet jeder Rollstuhlfahrer mit einem Hochgeschwindigkeitsrennen und der neu gestaltete Behindertenparkplatz am Seiteneingang liegt im Gefälle. (Bild 646, Bild 648, Bild 643 stellvertretend) am Hallenbad gibt es leider keine geeignete Umkleidekabine für Behinderte
- Zwar wurden am Kreisverkehr Herzog-Wilhelm-Str./ Konrad-Adenauerstr. Aufmerksamkeitsfelder eingerichtet, aber was ist mit den übrigen Kreisverkehren?
- Vor dem Torbogen Durchfahrt Musikschule/Marktplatz befindet sich die Absenkung des Bürgersteiges leider im Parkplatzbereich (Parkplatz für Bedienstete der Stadtverwaltung). Parkt der PKW auf dem rechten Parkplatz ordnungsgemäß, ist es für den Rollstuhlfahrer nicht mehr möglich, auf den Bürgersteig zu gelangen (Bild 710)
- Ach ja, und wie ist das mit den Behindertentoiletten?
Barrierefreiheit ist für unsere Stadt ein wichtiges Thema! Gerade bei der Umbaumaßnahme Konrad-Adenauer-Str. / Herzog-Wilhelm-Str. muss dringend darauf geachtet werden, dass barrierefrei und mit genügend Behindertenparkplätzen geplant wird.
Jetzt aber noch ein paar wirklich positive Eindrücke:
Wir waren mehr als angenehm überrascht, wie hilfsbereit die Fußgänger und auch die PKW-Fahrer in Geilenkirchen bei unserer Begehung gegenüber der Rollstuhlfahrerin waren. Die zeigt, dass die Bürger viele Barrieren für Behinderte als solche längst erkannt haben. Hier sollte die Verwaltung schnellstens nachziehen!
Einige Geschäftsleute in Geilenkirchen haben mittlerweile barrierefreie Eingänge oder auch Rampen im Ladenlokal (siehe Bild 617, Bild 661 stellvertretend) geschaffen. Dies ist durchaus eine Bereicherung und die Verwaltung täte gut daran, Geschäftsleute darin zu unterstützen, barrierefreie Ladenlokale und auch Behindertentoiletten einzurichten – sei es in Form von Ermittlung eventueller Fördergelder oder auch planerische Beratung.
Es gibt für körperlich Behinderte und ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität allzu viele natürliche Barrieren, die ihre Aktivitäten einschränken. Unser Ziel muss es sein, nicht noch zusätzliche Hindernisse zu schaffen, die womöglich dazu führen, dass der behinderte oder eingeschränkte Mensch nur noch passiv in seiner Wohnung sitzt, sondern im Gegenteil alle Barrieren zu entfernen, so dass er noch aktiver am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann.